Anfahrt    Babygalerie    

Akademisches Lehrkrankenhaus der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Druckersymbol  

Single News / tt_news

 
Mittwoch, 21. Februar 2018 - Pressemitteilung

REFLUXZENTRUM OBERE NAHE gegründet

Kooperation von Klinikum Idar-Oberstein und Gemeinschaftspraxis

Foto (Klinikum Idar-Oberstein): Über die Gründung des Refluxzentrums freuen sich (v.l.n.r.): Dr. Christos Zigouris, Chefarzt Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Minimal-invasive Chirurgie, Dres. Ralf und Anca Wulff, Verwaltungsdirektor Hendrik Weinz und Dr. Sebastian Gregor, Chefarzt Medizinische Klinik I

Idar-Oberstein/Birkenfeld. Das Klinikum Idar-Oberstein und die Gemeinschaftspraxis Wulff & Wulff aus Birkenfeld gründeten gemeinsam das neue „Reflux-Zentrum Obere Nahe“. In diesem Zentrum arbeiten Spezialisten für Diagnostik, konservative und operative Therapie sektorenübergreifend eng zusammen, um den Patientinnen und Patienten bei Problemfällen der Refluxerkrankung gemeinsam Lösungen aufzeigen zu können.

Sodbrennen ist etwas, was jeder von uns schon mit Sicherheit erlebt und gespürt hat. Bis zu 20% der Bevölkerung leiden an Sodbrennen. Treten die Beschwerden in einer Häufigkeit auf, welche das Wohlbefinden erheblich beeinträchtigen, oder ist mit einer Organkomplikation zu rechnen, spricht man von einer „Refluxkrankheit“. Es kann von einer Volkskrankheit gesprochen werden.

Ursächlich hierfür ist in der Regel eine unnatürliche Säurebelastung der Speiseröhre aufgrund einer gestörten Barrierefunktion im Bereich des Mageneingangs. Die Beschwerden sind vielfältig. Neben den klassischen Symptomen Sodbrennen und Schmerz hinter dem Brustbein, sowie Rückfluss von Mageninhalt bis in den Rachen bzw. Mundbereich können auch Beschwerden wie Asthma, chronischer Husten und Heiserkeit auftreten. Im schlimmsten Fall kann sich Speiseröhrenkrebs bilden. Diese Erkrankung ist von steigender Häufigkeit.

Häufig kann die Diagnose rasch gestellt werden. Insbesondere bei atypischen Symptomen ist aber die Diagnostik erschwert. Hier muss die klinische Erfahrung und Kompetenz durch differenzierten Einsatz von apparativer Diagnostik ergänzt werden.

Die Diagnose einer Refluxerkrankung kann mittels Endoskopie eindeutig gestellt werden, wenn typische Veränderungen der Schleimhaut (Refluxösophagitis) nachweisbar sind. Sie dient darüber hinaus dem Ausschluss bzw. Nachweis anderer Ursachen der Symptome und von Schleimhautveränderungen, die mit einem erhöhten Krebsrisiko einhergehen (sog. Barrett-Ösophagus).

Eine Spiegelung der Speiseröhre (und damit des Magens und des Zwölffingerdarms) wird meist ambulant durchgeführt. Seit dem April 2017 betreibt die Gemeinschaftspraxis Wulff&Wulff ein Endoskopie-Zentrum in Birkenfeld. Dr.med. Ralf Wulff als langjähriger Endoskopiker bietet darin das gesamte ambulante Diagnostikspektrum an. Hierzu zählt auch ein gastroenterologisches Funktionslabor mit Säure- (Impedanz-pH-Metrie) und Druckmessung (hochauflösende Manometrie). Sollte eine stationäre Diagnostik und Behandlung notwendig sein, kann die Endoskopie und die gastroenterologische Funktionsdiagnostik in gleicher Weise auch über die Medizinische Klinik I (Gastroenterologie) im Klinikum Idar-Oberstein durchgeführt werden.

In seltenen Fällen kann es nach einem langjährigen Verlauf der Refluxkrankheit zu Komplikationen am Übergang von Speiseröhre in den Magen kommen – etwa narbige Verengungen. Hier können unter stationären Bedingungen besondere endoskopische Verfahren notwendig werden. Diese erfolgen im Rahmen der Kooperation dann bei Chefarzt Dr.med. Sebastian Gregor in der Medizinischen Klinik I des Klinikums Idar-Oberstein.

Ergänzende Diagnostik der Speiseröhre mittels Röntgen, Computertomographie oder MRT bietet das Institut für Interventionelle und Diagnostische Radiologie unter der Leitung von Chefarzt Dr. med. Lothar Boguth an. Sie dient vor allem dem Nachweis von Veränderungen, die mit der Endoskopie nicht oder nur schwer zugänglich sind.

In der medizinischen Behandlung ist eine Abheilung einer Entzündung der Speiseröhre das Ziel. Leichtere Entzündungen sind bei guter Symptomkontrolle ohne wesentliche Folgen für den Patienten tolerierbar. Die Verhinderung schwerwiegender, mitunter sogar lebensbedrohlicher Komplikationen (z. B. Krebs) ist aber das besondere Therapieziel.

Die Umstellung bzw. Anpassung der Lebensgewohnheiten (z.B. Oberkörperhochlagerung nach dem Essen oder nachts, Gewichtsreduktion, Vermeiden unverträglicher Speisen oder Getränke, Nikotinverzicht, Vermeiden enger Kleidung) ist eine Möglichkeit einer konservativen Behandlung. Dr.med. Anca Wulff, Fachärztin für Ernährungsmedizin, erörtert mit den Patienten in individuellen Sitzungen, Konzepte einer wirksamen Ernährung. Diese werden in der Regel von den Krankenkassen durch Kostenerstattung getragen.

Einen weiteren Weg bietet die medikamentöse Therapie zur Einschränkung der Säureproduktion im Magen durch sogenannte Protonenpumpeninhibitoren. Sie ist heute ein lang bekanntes und erfolgreiches Therapiekonzept. Die operative Behandlung besteht in der Beseitigung des Zwerchfellbruches sowie der Herstellung des intakten Verschlussmechanismus zwischen Speiseröhre und Magen. Dies wird heute mittels minimal-invasiver Techniken wie laparoskopische Verfahren durchgeführt. Die meisten Patienten sind anschließend dauerhaft beschwerdefrei. Gerade die Entscheidung zur Operation fußt auf einer gemeinsamen, interdisziplinären Auswertung der vorliegenden Befunde.

Dr. med. Christos Zigouris, Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Minimal-invasive Chirurgie, verfügt über eine langjährige Expertise im Rahmen der operativen Behandlung von Refluxkrankheiten. Patienten werden nach neuesten Erkenntnissen mit neuester OP-Technik im Klinikum Idar-Oberstein operiert.


V.i.S.d.P.


Hendrik Weinz
Verwaltungsdirektor


Laden Sie diese Pressemitteilung als PDF-Datei (212 KByte).