Anfahrt    Babygalerie    

Akademisches Lehrkrankenhaus der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Druckersymbol  

NexFrame®-System

 

Wie Neurochirurgen des Klinikums Idar-Oberstein in erkrankte Gehirne schauen - Pressemitteilung, 28.03.2013

Mobiles NexFrame®-System hilft bei der Planung und Durchführung von Hirn-Operationen

Idar-Oberstein. Um Operationen am Gehirn durchzuführen, setzt als eines von nur zwei Zentren in Deutschland das Klinikum Idar-Oberstein eine neue Technik ein. Das NexFrame®-System erspart den operierten Patienten das Verharren in einer starren Haltung über rund sechs Stunden. Denn bei der Implantation eines sogenannten Hirnschrittmachers aufgrund einer Parkinson-Erkrankung werden dünne Drähte exakt in kleine, bestimmte Hirnbereiche eingeführt. Damit der Arzt sofort prüfen kann, ob die Elektroden an der richtigen Stelle sitzen, muss der Patient wach sein. Normalerweise hält ein starres Eisengestänge, so wie man es von einem Globus kennt, den Kopf des Patienten dann in einer fixierten Position. Das entfällt nun mit dem NexFrame® System von Medtronic®. „Diese Kunststoff-Konstruktion, die am Kopf des Patienten befestigt wird, erlaubt Bewegungen des Kopfes“, erläutert Priv.-Doz. Dr. Jochen Tüttenberg, Chefarzt der Klinik für Neurochirurgie am Klinikum Idar-Oberstein. Eine Vollrasur des Schädels ist nicht mehr immer notwendig.

Wie der Kapitän eines U-Bootes
Eine Operation am Gehirn eines Menschen muss immer haargenau geplant werden. Dazu werden vor dem Eingriff durch einen Magnetresonanztomografen Schichtaufnahmen des Gehirns angefertigt. Direkt vor der Operation kommt noch eine Computertomografie hinzu. Dies zeigt dem Neurochirurgen millimetergenau, in welche Region im Gehirn die Elektroden des Hirnschrittmachers eingesetzt werden sollen. Bei der herkömmlichen Methode wird dann der Kopf des Patienten fest in einem Metallgestänge fixiert. Hier ‚navigiert‘ der Neurochirurg dann die dünnen Drähte der Elektroden – ähnlich wie der Kapitän eines U-Bootes – anhand von Koordinaten in das Gehirnareal.

Dreidimensionale Sicht ins Gehirn
Mit dem NexFrame®-System entfällt das Festschrauben des Kopfes des Patienten. Ein kugelförmiges Gebilde an der Kunststoffkonstruktion liefert der Kamera immer einen Referenzpunkt, an dem sich der Neurochirurg orientieren kann – egal ob der Patient seinen Kopf neigt oder nicht. „Der Unterschied für den Patienten ist ungefähr so groß, wie das Telefonieren mit einem Festnetztelefon oder einem Handy“, erklärt Tüttenberg. Ein spezielles Neuronavigationsprogramm, das ebenfalls Daten der Kamera – und so vom Kopf des Patienten erhält, leitet die Hand des Chirurgen durch die Operation. Die neue Technik erlaubt sozusagen den virtuellen und dreidimensionalen Blick in das Gehirn des Patienten. Sitzen die Elektroden an der richtigen Stelle, lässt umgehend das für die Parkinsonerkrankung typische Zittern nach. Mittlerweile sind 20 Patienten vom neurochirurgischen Ärzteteam in Idar-Oberstein mit dem neuen System komplikationslos behandelt worden.

Über die SHG
Die SHG - Saarland-Heilstätten GmbH - mit Sitz in Saarbrücken ist eine gemeinnützige Gesellschaft in öffentlich-rechtlicher Trägerschaft. Als Trägerin von Krankenhäusern – darunter auch das Klinikum Idar-Oberstein -, Reha-Kliniken, pflegerischen und berufsbegleitenden Diensten sowie eines Seniorenzentrums, dient die SHG-Gruppe der Gesundheitsversorgung. Kranken- und Kinderkrankenpflegeschulen, die Fachschulen am Lehrinstitut für Gesundheitsberufe und interne berufliche Fortbildung schaffen die Grundlage für qualifizierte MitarbeiterInnen. Unter dem Dach der SHG vereint sind rund 2.200 Betten und Tagesklinikplätze, verteilt auf die einzelnen Kliniken. Zur SHG-Gruppe gehört auch die gewerbliche Saana Textilpflege GmbH mit Betriebsstätten in Idar-Oberstein und Merzig, sowie die SHG-Service GmbH. Gemäß unserem Leitsatz "Geborgenheit durch Kompetenz und Freundlichkeit" steht der Mensch, seine Pflege und seine Genesung im Mittelpunkt unseres Handelns. Hochqualifizierte Ärzte-, Therapeuten- und Pflegeteams sowie modernste medizinische Ausstattung gewährleisten ständig eine optimale Versorgung der PatientInnen, der RehabilitandInnen und deren Angehörigen.


v.i.S.d.P.:

Bernd Mege
Verwaltungsdirektor


Zurück zur Übersicht Pressemitteilungen